Infos aus dem Kirchturm

Mai 2019

Schlimme Zeiten haben unsere Turmfalken hinter sich: den ganzen April wurden sie von einem Dohlenpaar belagert und zeitweise auch heftig attackiert, den auch sie wollten hier oben ihre Jungen aufziehen. Aber die Falken verteidigten ihren Platz sehr tapfer. Nach vielen heftigen Kämpfen, bei denen die scharfen Krallen der Falken die Dohlen wahrscheinlich schlimm verletzten, gaben diese auf. Nun war endlich Ruhe eingekehrt und nun ging es bei Falkens an den Nestbau (wenn man es überhaupt so nennen konnte) Leider plazierten sie es in einem nicht einsichtbaren Winkel zur Webcam. Deshalb installierten wir sie jetzt gegenüber des Einflugfensters. Das ist zwar etwas ungünstig wegen des Gegenlichtes, aber immer noch besser als gar nichts sehen.  Am 10. 05. lagen 6 Eier im Nest, wir alle freuen uns sehr und gratulieren dem Turmfalkenpaar!

April 2019

Schon lange beanspruchen das Turmfalkenpaar und ein Dohlenpaar diesen attraktiven Brutplatz. Beide Arten zeigen viel Geduld: die Falken innen und die Dohlen aussen. Sie hatten auch schon viele Zweige hineingeschleppt, aber die Falken haben sie zum Teil wieder entfernt. Ab und zu kommt es zu Attacken. Die Dohlen können blitzschnell zuhacken mit ihren spitzen Schnäbeln, aber sie müssen sich in acht nehmen von den nadelspitzen Krallen der Turmfalken. Wir hoffen sehr, dass die Dohlen bald aufgeben. Wir wissen, dass sie auch eine bedrohte Art sind, deshalb haben wir bereits letztes Jahr 2 weitere Kästen da oben eingebaut, einer in Südrichtung und einer in Nordrichtung. Da sind bereits Dohlen drin und sobald wir die 2. Webcam wieder in Betrieb nehmen können, werde wir auch ihnen zusehen können.

Im Dezember 2018: Hoffnung auf die Turmfalken

Der erste Nistkasten im Kirchturm unserer St. Georgskirche auf der Ostseite über der Uhr wurde viele Jahre lang von Turmfalken angenommen. Nach der Installation einer Internetcamera im Jahre 2012 konnten viele begeisterte Naturfreunde in Dettingen und Umgebung zuschauen, wie die Turmfalken jedes Frühjahr Eier legten, sie bebrüteten, wie die flauschigen Jungen geschlüpft sind, wie sie Federn bekamen und wie sie ausgeflogen sind. Aber dann kamen die Dohlen. Sie verdrängten die Turmfalken, obwohl die Falken eigentlich besser „bewaffnet“ sind als sie. Wir installierten daraufhin zwei weitere Nistkästen, einen im Südfenster und einen im Westfenster, denn Dohlen sind ebenfalls eine geschützte Art. Aber ein halbwegs friedliches Zusammenleben der beiden Arten funktionierte leider nur einen Frühling lang: 2017 brüteten die Turmfalken das letzte Mal dort oben, die zwei anderen Kästen wurden von den Dohlen bewohnt. 2018 besetzten die Dohlen alle drei Nistkästen. Ab und zu kommen die Turmfalken vorbei, setzen sich kurz in ihren alten Kasten und sehnen sich wohl zurück nach den alten Zeiten. Lange haben wir gegrübelt und uns erkundigt, was wir da tun könnten. Man müsste etwas einbauen, das die Dohlen abhält. Die beiden anderen Kästen auf der Süd – und auf der Westseite dürfen sie ja weiterhin gerne bewohnen. Wir erinnerten uns an die alte Bauform des ersten Turmfalkenkastens: den hat ein NABU-Mitglied in den 80er-Jahren gebaut, ohne Bretter außen rum, nur Drahtgeflecht, den sogenannten „Hasendraht“. Und da haben Turmfalken trotzdem regelmäßig gebrütet, obwohl der Wind da oben oft mächtig durchpfiff. Turmfalken brüten zwar gerne in Nischen auf hohen Gebäuden, sie nehmen in Ausnahmefällen aber auch ein altes Krähennest auf einem hohen Baum an, wie wir es in der Vergangenheit schon mehrere Male erlebten. Dohlen hingegen sind reine Höhlenbrüter! Die Erkenntnis machten wir uns jetzt zu Nutze  und montierten die Bretter rings um den Nistkasten Ost ab und ersetzen sie durch ein Drahtgeflecht. Wir hoffen sehr, dass dieser „Trick“ die Dohlen von einer Brutabsicht abhält, den Turmfalkenpaar es aber nichts ausmacht, so zu brüten. Hoffen wir alle, dass es gelingt!